Franziska Leeb schreibt weiter unten noch mehr.
Angela im Stichwortformat: Coffee first / Arbeit gleich danach / vor all dem aber die Jungs (vier an der Zahl) / und der Kater / Liebe zur Fotografie seit ewig / Licht und Schatten, beides mag ich / und richtiges Wetter, Sonne liebe ich, aber für Landschaften ist es mir zu fad / Veggie / Spaß am Leben, je älter umso mehr / Sammlerin von vielen Dingen, mein Herz kann an einem Kieselstein hängen, weil ich eine Geschichte damit verbinde / Unpünktlich zu sein stresst mich / entweder ganz vorne oder Schlusslicht, dazwischen ist schwierig / grün / black soul, somehow

still styrian girl inside

Danke meiner Mam fürs Foto.
Ich bin sehr schwer zu fotografieren.
Und versteh daher nur zu gut, wie blöd man sich vor der Kamera fühlen kann.
Aber nicht mit mir:)

Geschichtenerzählerin ohne Paparazzi-Gen

Franziska Leeb hat mich vor einiger Zeit zu mir selbst befragt und das hab ich anscheinend geantwortet:

Seit wann fotografierst Du?
Schon mit zehn Jahren habe ich zu fotografieren begonnen. Wir hatten zu Hause viele Fotoalben und die Geschichten, die darin erzählt wurden, fand ich immer großartig. Spaß machte es auch, sich Geschichten rund um ein Foto auszudenken. Als ich zwölf war, hat mir mein Papa meine erste Spiegelreflexkamera geschenkt, eine Yashica, und mit fünfzehn war für mich klar, dass ich Fotografin werden möchte. Meinen ersten Ferialjob hatte ich in einem Dornbirner Fotolabor. Dort durfte ich zwar nur im Büro arbeiten, aber der Weg zu meinem Arbeitsplatz führte durch das Labor.

Wie kam es dann doch zum Architekturstudium?
Ich habe als Kind schon immer gern in Häuser hineingeschaut. Mein großer Traum war, irgendwo zu klingeln und zu fragen, „darf ich ihr Haus ansehen?“. Also habe ich nach der Matura in Wien mit dem Architekturstudium begonnen, Innenarchitektin war ursprünglich das Ziel. Als Erstes habe ich mich an der Technischen Universität ins Fotolabor eingeschrieben. Dort habe ich gelernt, in der Dunkelkammer zu arbeiten.

Und dann hast Du Architektur fotografiert?
Nein, ich habe eher Menschen in Architektur, in Räumen, in bestimmten Situationen fotografiert. Erst als ich für Dietrich|Untertrifaller Architekten in Bregenz gearbeitet habe, begann ich richtig mit der Architekturfotografie. Die besaßen ein Tilt-Shift-Objektiv und sagten „mach’ mal.“ Ich musste erst herausfinden, wie das Ding funktioniert. Aber auch in der Architekturfotografie sind mir die Menschen wichtig. Der Mensch im Raum vermittelt ein Gefühl für die Dimensionen und Maßstäbe.

Du hast beides gemacht, Bauten geplant und fotografiert. Warum hast Du das Planen bleiben lassen und Dich als Fotografin selbstständig gemacht?
Obwohl mir die Architektur immer große Freude gemacht habe, möchte ich aus heutiger Sicht nicht mehr als Architektin arbeiten. Ich war immer schon vielseitig interessiert und habe einiges ausprobiert.

Klassische Architekturfotografie, in der Bauten inszeniert werden, machst Du aber trotz Deiner einschlägigen Vergangenheit kaum.
Von perfekten Häusern kann man schöne Fotos machen, aber interessant ist meist etwas anderes. Mich fesselt es, wie Menschen Räume nutzen und bewohnen. Am liebsten sind mir Reportagen, wo ich die Bewohner miteinbeziehen kann, sozusagen Portraits von belebten Gebäuden. So etwas mache ich richtig gern.

Du nimmst die Dinge, wie sie sind und inszenierst nicht, oder?

Manchmal würde man zwar gern einiges wegräumen, aber ich bin da nicht so rigoros wie die klassischen Architekturfotografen. Leergeräumte Architektur finde ich nicht so spannend. Mich interessieren Nutzungsspuren und die Kombination aus Alt und Neu. Ich mag es, wenn es Brüche gibt.

Wie gehst Du dabei vor?
Am liebsten komme ich, wenn die Gebäude schon benutzt werden. Sonst wird es so eine starre Immobilienkatalog-Fotografie. Ich bestelle aber niemanden extra hin, sondern beziehe die Menschen, die schon vor Ort sind, mit ein. Generell fotografiere ich Menschen gern in realen Situationen. Studiofotografie, wo ich ein Set aufbauen muss, interessiert mich nicht. Gutes Licht ist wichtig.

Deine Porträtserien beinhalten so gut wie immer auch Stillleben von Dingen auf den Arbeitsplätzen der Portraitierten.
Ich schau‘ mich um und die Dinge springen mich an. Farben, Formen, was auch immer. Ich mag es, wenn etwas herumliegt, das einen Hinweis auf die Persönlichkeit gibt und worin man ein Thema fokussieren kann. Das Arrangieren und Inszenieren ist nicht so meine Sache. Ich bin froh, wenn jemand etwas ablegt und ich nichts hinlegen muss.

Zeichnest Du auch gern?
Ja, ich konnte immer gut abzeichnen; frei zeichnen weniger. Die Dinge sind, wie sie sind. Ich schau rum und die Dinge springen mich an. Farben, Formen, was auch immer.

Wie fotografierst Du am liebsten?
Die Fotos werden am besten, wenn ich mich frei fühle. Wenn es bestimmte Pflichten und Erwartungen zu erfüllen gilt, stresst mich das eher.

Lieber in Farbe oder schwarz-weiß?
Schwarz-weiß habe ich früher immer lieber gehabt, jetzt ist mit beides gleich wichtig. Je nachdem, was besser passt.

Deine Fotos – egal ob Familien- oder Businessportraits – wirken stets so, als würdest Du die Leute gut kennen.
Mit den meisten verstehe ich mich sehr gut, auch wenn ich sie noch nicht lange kenne. Ich nehme mir Zeit, wir plaudern, trinken zwischendurch Kaffee. So lernen wir uns kennen und so gelingt es mir, den Menschen näher zu kommen und Persönlichkeiten einzufangen.

Wie schaffst Du es, dass die Menschen so natürlich und entspannt wirken?

Mit Menschen, die nicht gern fotografiert werden, kann ich gut umgehen. Irgendwann vergessen sie mich und die Kamera. Wenn man diktiert, dass sie dies und jedes machen sollen, dann werden die Leute ganz verkrampft. Zwischendurch einfach reden, das macht lockerer. Oder ich sage, dass ich jetzt fertig bin. Dann sind sie ganz entspannt und ich fotografiere einfach weiter.

Deine Bilder wirken sehr ungekünstelt.
Ja, alles geschieht sehr intuitiv. Oft darf es nicht zu lang dauern. Ich fotografiere gern aus der Hand. Nur bei der Architekturfotografie arbeite ich mit Mehrfachbelichtung und Stativ. Ich gebe aber kein Foto aus der Hand, das nicht nachbearbeitet ist. Ich retuschiere allerdings wenig; man soll die Leute ja wiedererkennen, wenn man sie live sieht. Das Nachbearbeiten besteht im Wesentlichen darin, dass ich einer Serie eine Farbtemperatur gebe und versuche, das Ganze stimmig für die jeweilige Situation zu machen.

Der Grundton ist meist sehr warm.
Ja, immer eher moody. Eine gewisse Körnigkeit mag ich gern, es muss nicht immer total scharf sein.

Gibt es etwas oder jemanden, das oder den Du unbedingt irgendwann einmal fotografieren möchtest?
Ich bin eher die, die nimmt, was kommt. Das Paparazzi-Gen fehlt mir. Es macht mich nervös, wenn jemand sehr prominent ist und offensichtlich im Mittelpunkt des Interesses steht. Auftragsarbeiten für Leute, die wenig Zeit haben, darauf stehe ich auch nicht so. Kinder sind immer einfach zu fotografieren, weil sie so natürlich sind und nicht darüber nachdenken, auch alte Leute können sehr faszinierend sein. Es kommt auch vor, dass ich herumfahre und bei schönem Licht ein Motiv und ein Gebäude entdecke und ganz ohne Auftrag arbeite. Das würde ich gern öfter machen. Die Architekturfotografie möchte ich noch ausbauen. Auf jeden Fall will ich sie mit den Menschen verbinden.

Wenn ich mal grad nicht mehr weiß was ich eigentlich will, dann kann ich jetzt immer hier nachlesen. Manchmal verliert man ja den roten Faden...
Danke Franziska!

was ihr wissen wollen könntet

FAQ

01.

Studio oder on location?

Letzeres liegt mir mehr, wiewohl ich seit November 2018 auch ein Studio in Lauterach habe.

Aber ich mag es gern, die Umgebung miteinzubeziehen - kommt wohl aus meiner Architekturvergangenheit.

Und ich mag Menschen treffen.
So let's talk about... was auch immer!

02.

Was machst du am liebsten, wie gehst du an die Aufgaben ran?

Am Liebsten alles was mit Menschen zu tun hat und ohne grobe Vorgaben. Die Alles was irgendwie mit Menschen zu tun hat.
Selbst in der Architektur finde ich nur leere Räume langweilig.
Zumindest das Licht muss passen.
Und die Menschen sowieso.

Ideen entwickeln sich bei mir oft im Tun.
Ich plane unverwerfe oder finde spontan einen neuen Zugang.

Ideen auf Knopfdruck: schwierig. Aber ohne Druck wär auch alles nix.
Gemeinsam finden wir die Lösung für Eure Ziele.

Und ich bin immer neugierig auf neue Aufgaben.
Nichts ist für mich schlimmer, als Dinge zu wiederholen.

03.

Wie weit gehst du?

Ich komme überall hin, wo eine interessante Aufgabe auf mich wartet.
Nichts ist mir lieber als ein neues oder auch schon bekanntes Stück von der Welt zu sehen.

Und gerne mit der Bahn, dann kann ich die Zeit zum Arbeiten nützen.
Denn die geht mir nie aus.
Zum Glück.

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